Deutsche Diabetes Föderation Pressemitteilung:
Patientenvertreter begrüßen Vorstoß zur Einführung einer Zuckersteuer
Berlin, 22. Dezember 2025 – Die Deutsche Diabetes Föderation e.V. (DDF) unterstützt den Vorstoß des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther, strengere staatliche Vorgaben für gezuckerte Lebensmittel einzuführen. Die geplante Bundesratsinitiative setzt aus Sicht der Patientenvertretung ein wichtiges Signal im Kampf gegen ernährungsbedingte Erkrankungen.
Ein Schritt für mehr Gesundheitsschutz
Die DDF bewertet den Vorstoß als längst überfällig. Eine Zuckersteuer könne nachweislich dazu beitragen, den Konsum stark gezuckerter Produkte zu reduzieren – ein zentraler Faktor bei der Entstehung von Diabetes Typ 2, Bluthochdruck, Karies, Parodontose und Adipositas. Unterstützung erhält die Initiative bereits vom Marburger Bund und vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), die in der Vergangenheit ähnliche Maßnahmen gefordert hatten.
„Die Zuckersteuer ist ein wirksames Instrument, das Menschen dabei unterstützen kann, gesündere Entscheidungen zu treffen. Wir begrüßen sehr, dass dieses Thema nun politisch vorangetrieben wird – etwas, das wir als Patientenverbände seit Jahren fordern“, sagt Leonhard Stärk, Vorsitzender des Vorstands der DDF.
Positive Erfahrungen aus Großbritannien
Ein Blick nach Großbritannien zeigt, dass steuerliche Maßnahmen Wirkung entfalten. Seit der Einführung der dortigen Zuckersteuer im Jahr 2018 haben Hersteller den Zuckergehalt in Softdrinks und anderen häufig konsumierten Produkten deutlich reduziert. Wie die Verbraucherorganisation Foodwatch berichtet, profitieren davon vor allem Kinder und Jugendliche – zwei Gruppen, die überdurchschnittlich oft zu zuckerhaltigen Getränken greifen.
„Wir setzen auf die Eigenverantwortung jedes Einzelnen. Doch angesichts der stark steigenden Zahl chronisch erkrankter Menschen mit Diabetes Typ 2 sind unterstützende Maßnahmen wie eine Zuckerreduktion nicht nur sinnvoll, sondern notwendig“, betont Thomas Roth, stellvertretender DDF-Vorsitzender und Arzt.
Diabetes in Deutschland: eine wachsende Herausforderung
Rund 9 Millionen Menschen in Deutschland leben nach Angaben der Gesundheitsbehörden mit Diabetes, der Großteil davon mit Typ 2. Diese Form der Erkrankung ist maßgeblich durch ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung bedingt – Faktoren, die durch strukturelle Rahmenbedingungen beeinflusst werden können. Eine Zuckersteuer sieht die DDF deshalb als Baustein einer umfassenden Strategie zur Prävention chronischer Erkrankungen
Über die Deutsche Diabetes Föderation (DDF)
Die Deutsche Diabetes Föderation e.V. (DDF) ist ein bundesweiter gemeinnütziger Bundesverband der Diabetes-Selbsthilfe. Sie vertritt die Interessen von Menschen mit Diabetes in Politik, Gesellschaft und Versorgung, fördert Aufklärung und Teilhabe und vernetzt Akteur:innen aus Medizin, Forschung und Patientenschaft. Ziel ist es, die Lebensqualität von Betroffenen nachhaltig zu stärken und die Selbsthilfe als festen Bestandteil im Gesundheitssystem zu verankern.
Mit fünf Mitgliedsorganisationen in sieben Bundesländern und mehr als 5000 Mitgliedern ist die Deutsche Diabetes Föderation e.V. der größte Bundesverband der Diabetes-Selbsthilfe. Mehr auf ddf.de.com.
Pressekontakt
Deutsche Diabetes Föderation e.V. (DDF)
Leonhard Stärk
Mobilnummer: 0151 / 149 84 006
E-Mail: leonhard.staerk@ddf.de.com
QUELLE
DDF Pressemitteilung, Januar 2026


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